tree
media
Über uns

Das Team hinter "MAIZ"

Ausgangspunkt zum Projektthema sind die Menschenrechtsarbeit zu Mexiko / Lateinamerika, unser sozio-kulturelles Engagement und unsere Erfahrungen als Referent*innen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Unseren künstlerischen Ansatz verstehen wir dabei als eine Möglichkeit, soziale und politische Themen zu artikulieren.

Seit 2016 arbeiten wir an dem Projekt "MAIZ". Die Vielzahl der von uns aufgegriffenen Themen spiegelt auch die Vielfalt unseres Team wieder: Unsere Projektmitglieder bringen unterschiedlichste Erfahrungen, Zugänge, Lebensrealitäten und Interessen mit.

Wie in der Milpa, in der unterschiedliche Pflanzen in Symbiose miteinander wachsen und sich gegenseitig stützen, ergänzen und stärken wir uns. Gemeinsam sind wir das Team hinter MAIZ.
Constanze Lemmerich
Projektkoordination | maiz[at]treemedia.org
"Als Projektkoordinatorin kommen bei mir viele Fäden zusammen. Bei MAIZ bin ich zuständig für die konzeptionelle Arbeit, Finanzakquise & Projektbegleitung, Veranstaltungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit sowie zentrale Ansprechpartner*in für das Team und die Repräsentation unserer Arbeit nach Außen. Zudem bin ich seit vielen Jahren als Referent*in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und partiell auch journalistisch tätig.

Die Auseinandersetzung um die Themen Landwirtschaft und Ernährung erachte ich als eine der wesentlichsten unserer Zeit. Produktion von Lebensmitteln, unser Kaufverhalten und unser Umgang mit Ernährung sind politische Handlungen.

Mich interessieren vor allem Ansätze einer Landwirtschaft, die sich an einem direkten Austausch zwischen Produzent*innen und Konsument*innen orientieren, wie auch globale Zusammenhänge unseres Lebensmittel – und Agrarsystems.

Ich finde die Aufarbeitung der Themen Welternährung und Landwirtschaft - gerade auch anhand des Beispiels des Mais - aus einer künstlerischen Perspektive sehr inspirierend, da Brücken und der Raum für Auseinandersetzung und ein Dialog geschaffen und somit Inhalte auf eine besondere Art und Weise vermittelt werden."

Mirka Baaden
Projektassistenz (bis Juni 2019) | mirka[at]treemedia.org
"Hallo, mein Name ist Mirka. Als Projektassistenz kümmere ich mich um die verschiedensten Dinge im Projekt von der Unterstützung der Öffentlichkeits- und Organisationsarbeit, Kommunikation mit anderen Gruppen, bis zur gemeinsamen Planung mit dem Team. Besonders widme ich mich jedoch der Organisation der Fotoausstellung »Landwirtschaft der Gifte« des argentinischen Fotografen Pablo Piovano und einer Podiumsdiskussion zum Thema Pestizide.

Spannend an unserem Projekt finde ich, dass wir die verschiedenen Themengebiete nicht nur wissenschaftlich, sondern auch durch einen künstlerischen Zugang betrachten.

Das Thema Ernährung und Landwirtschaft interessiert mich, da es ein so grundlegender Pfeiler unseres Lebens ist. Leider scheint gesunde und bewusste Ernährung mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten, da alles immer schneller gehen muss. Ich wünsche mir, dass das Bewusstsein wieder wächst, dass es andere Menschen sind, die viel Zeit und Mühe investieren, um unsere Lebensmittel, die wir konsumieren, zu produzieren."

Santiago Penedo
Projektmitarbeit | santiago[at]treemedia.org
"Als Mexikaner bin ich mit Mais groß geworden. Wir aßen jeden Tag Maisprodukte sowie Tortillas (das mexikanische Brot), Tacos, Tamales, Sopes, Atole. Dennoch, als Stadtkind, wusste ich wenig über die Geschichte und die Produktion dieser Nutzpflanze.

Erst während der Dokumentationsphase dieses Projektes lernte ich viel über die Geschichte von Mais. Wie sich Mais aus Mexiko hinaus in die ganze Welt verbreitete. Wie heute Mais das meist produzierte Getreide der Welt ist (auch wenn über 50% als Futter verwendet wird). Wie die Milpa, der präkolumbianische diverse Agrarraum, über Jahrhunderte in Mexiko weiter existiert und heute in Universitäten darüber geforscht wird.

Wir suchten Mais als Thema unserer Lesung aus. Die Mischung aus Dokumentation, Kunst, Theater und Musik kreiert ein sehr interessantes Format, um Ideen mitzuteilen, die sowohl die rationale als auch die emotionale Ebene ansprechen. Mit diesem Beispiel fingen wir aber auch an, die komplexen globalen und lokalen Wechselwirkungen der Lebensmittelproduktion zu verstehen. An diesen Zusammenhängen und an möglichen Lösungsansätze, die diese globale Ebene berücksichtigen, aber lokal umgesetzt werden, bin ich interessiert.

Im Projekt beschäftige ich mich mit inhaltlicher Planung und Organisation eines wissenschaftlichen Symposiums, in dem wir über dieses Thema debattieren werden, und uns mit lokalen Initiativen, die zu diesem Thema arbeiten, vernetzen wollen."

Jaime rodrÍguez
Projektmitarbeit
"Ich komme aus dem Norden Mexikos aus einer Bauernfamilie in der Generation meiner Großeltern. Um all die Münder in der Familie füttern zu können, muss die Ernte damals großzügig gewesen sein. Ich erinnere mich, dass die Basis der Ernährung der Mais war. Ich studierte angewandte Kunst und erbte von meinem Vater das Interesse an den alten Kulturen Mexikos, den Traditionen - besonders in den ländlichen Gebieten und den Menschen, die dort arbeiteten.

Die Menschenrechtslage in Mexiko, die wir mit dem kollektiv tonalli seit einigen Jahren von Deutschland aus betrachten, veranlasste uns, uns dem Thema Mais und aktuellen Debatten dazu kritisch zu nähern. Dabei richteten wir den Blickwinkel auf die Themen der Ernährungssouveränität und wie sich diese in Mexiko und in der Welt verringert, es gleichzeitig aber auch zahlreiche Gruppen gibt, die sich für den Schutz der Umwelt und der Biodiversität und gegen den Einsatz von Pestiziden und gentechnisch verändertem Saatgut für den Profit einsetzen.

Neben der Erstellung eine künstlerisch-dokumentarischen Fotoausstellung mit schwarz/weiß Fotografien übermalt mit Öl zum Thema der industriellen Landwirtschaft und dem Protest dagegen in Deutschland, erarbeitete ich im Rahmen des Projekts einen Workshop zum Thema Muralismus und die Geschichte des Mais. Zur Zeit illustriere ich einen zwei-sprachigen Comic. In diesem werden die Abenteuer einer Mazorca (Maiskolben) in der Geschichte der Menschheit, ihre Entstehung und ihre Rolle bis in unsere Zeit dargestellt und erzählt letztendlich von der Bedeutung einer gesunden und selbsttragenden Landwirtschaft, die dem Hunger auf dem Planeten auf ökologische Weise ein Ende setzt."

Maite Cruz
Projektmitarbeit | maite@treemedia.org
"Ich wurde in eine Bauernfamilie geboren. Ich wuchs auf und lernte das Leben auf dem Land kennen. Anfang der 1990er Jahre, als die NAFTA (das nordamerikanische Freihandelsabkommen) in Kraft trat, sah ich, wie die Landschaft langsam starb. Dieses Projekt gibt mir die Möglichkeit, die Erinnerung zu retten, das Bewusstsein dafür zu schärfen, warum Mais die Grundlage für eine ganze Kultur ist.

Mit den Worten meines Vaters: "Wenn wir Mais haben wird es uns an Nichts fehlen".
Mit den Worten meiner Mutter: "Wenn es Tortilla gibt, leiden wir keinen Hunger."

Es ist unsere Verantwortung, das einheimische Saatgut zu retten und zu schützen, sowie den neuen Generationen beizubringen, von ihnen zu leben. Meine Arbeit im Projekt war einige Zeit administrativer, vorwiegend aber kulinarischer Art. Zudem bin ich bei der Erstellung einer Saatgutsammlung involviert."

Gerardo Espinoza
Projektmitarbeit | gerardo@treemedia.org
"Mein Name ist Gerardo und ich bin Mexikaner. Ich betrachte mich als Aktivist und Menschenrechtsverteidiger. Außerdem bin ich eine Person, die sich gerne aktiv einbringt und kreative Methoden gebraucht, um ein Bewusstsein über die Bedeutung eines gerechteren Zusammenlebens zwischen den Menschen und im Einklang mit der Natur zu schaffen. Mein Engagement in dem Projekt ist hauptsächlich durch die Solidarität motiviert, die durch den Aufbau von Dialogräumen und den Erfahrungsaustausch zwischen verschiedenen Gruppen entsteht, die sich für die Achtung der sozialen und kulturellen Vielfalt einsetzen.Ich bin derzeit dafür verantwortlich, den transnationalen Austausch zwischen Organisationen, die das Recht auf Ernährungssouveränität in Mexiko und Deutschland verteidigen, zu koordinieren."
kollektiv tonalli
"Wir sind ein deutsch/spanisch-sprachiges Künstler*innenkollektiv und kommen aus verschiedenen sozialen und kulturellen Hintergründen. Gemeinsames Interesse ist die Auseinandersetzung um kontemporäre Entwicklungen in den Länder Lateinamerikas, allem voran Mexiko. Fokus der Herangehensweise ist, durch kreative Formen der Artikulation entwicklungspolitische Themen aufzugreifen. Wir nutzen die Werkzeuge einer künstlerischen Aufarbeitung und Interpretation, um einen besonderen, inspirierenden, fantasievollen und vielfältigen Zugang zu meist komplexen Inhalten zu schaffen. Wir arbeiten mit Texten, Bildern und Geschichten, dem Spiel, Musik, Körper und Symbolik und vor allem mit Kopf, Bauch und Herz."